Afrikanerin (Kambala)
Der Künstler Anatol, seit seiner Studienzeit an der Kunstakademie Düsseldorf stark von seinem Lehrer Joseph Beuys und dessen erweitertem Kunstbegriff geprägt, entwickelte im Rahmen seiner Aktion „Königsstuhl“ 1969 im Museum Mönchengladbach den Begriff „Arbeitszeit“ als zentralen Begriff seiner Kunst, wobei er sich an Beuys Ziel der Zusammenführung von Kunst und Leben orientierte. Anatol begreift also sein Leben und seine Kunst als Einheit, wobei seine Werke und Skulpturen einen Aspekt des Gesamtkunstwerks darstellen. Die Skulptur „Afrikanerin“ ist ein hoher, geschlossener Holzkörper mit einem rundbogigen Durchbruch, der an einen großen, geöffneten Mund erinnert. Im oberen Bereich sind kleine rechteckige und abgerundete Bleireliefs eingelassen, von denen einige als Augen interpretiert werden könnten. Die Skulptur erhält so das Aussehen eines archaischen Kopfes, Assoziationen an Stammeskunst oder auch an prähistorische Artefakte werden erzeugt.
Anatol Herzfeld
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Mönchengladbach, Bischöfliche Marienschule, Viersener Straße 209


