Afrikanerin (Kambala)

Der Künstler Anatol, seit seiner Studienzeit an der Kunstakademie Düsseldorf stark von seinem Lehrer Joseph Beuys und dessen erweitertem Kunstbegriff geprägt, entwickelte im Rahmen seiner Aktion „Königsstuhl“ 1969 im Museum Mönchengladbach den Begriff „Arbeitszeit“ als zentralen Begriff seiner Kunst, wobei er sich an Beuys Ziel der Zusammenführung von Kunst und Leben orientierte. Anatol begreift also sein Leben und seine Kunst als Einheit, wobei seine Werke und Skulpturen einen Aspekt des Gesamtkunstwerks darstellen. Die Skulptur „Afrikanerin“ ist ein hoher, geschlossener Holzkörper mit einem rundbogigen Durchbruch, der an einen großen, geöffneten Mund erinnert. Im oberen Bereich sind kleine rechteckige und abgerundete Bleireliefs eingelassen, von denen einige als Augen interpretiert werden könnten. Die Skulptur erhält so das Aussehen eines archaischen Kopfes, Assoziationen an Stammeskunst oder auch an prähistorische Artefakte werden erzeugt. 


Anatol Herzfeld

1931
Geboren als Karl-Heinz Herzfeld in Insterburg/Ostpreußen; 2019 gestorben in Moers.
1953–1991
Geboren als Karl-Heinz Herzfeld in Insterburg/Ostpreußen; lebt in Neuss.
1964–1972
Studium mit Schwerpunkt Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf.
1972, 1977 und 1982
Teilnahme an der Dokumenta in Kassel.
1975
Gründung der Freien Akademie Oldenburg.
1979–1981
Lehrauftrag an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf.
Seit Beginn der 1980er Jahre
auf dem Gelände der Museums Insel Hombroich tätig.
1991
Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland
1992
Lovis Corinth-Preis.

← Zur Startseite
Ort
Mönchen­gladbach
Mönchengladbach, Bischöfliche Marienschule, Viersener Straße 209
Künstler
Anatol Herzfeld
Jahr
1974
Maße
Höhe: 390 cm, Durchmesser: 180 cm
Material
Holz und Blei
Kunst im öffentlichen Raum NRW