Auftauchen oder Versinken
Die geometrische Form eines Würfels, geformt aus schlanken Edelstahlstäben, dient als Ausgangspunkt der Installation von Günther Zins, die sich an der Rückseite der heute als Atelier- und Ausstellungsraum genutzten ehemaligen Maschinenhalle der Zeche „Unser Fritz“ befindet.
In vier Stadien, angeordnet als Senkrechte, befinden sich die Würfel vor der Ziegelstein-Wand des Gebäudes. Der obere Würfel ist zur Gänze vor der Wand sichtbar, während die Übrigen in unterschiedlichen Stufen in die Wand einzutauchen scheinen, bis vom unteren Würfel nur noch eine Ecke zu sehen ist. Der Betrachter kann dies als Fallbewegung von der oberen Dachkante bis in Bodennähe interpretieren oder auch als Emporklettern und zunehmende Befreiung eines Würfels aus der Wand von unten bis zum Dachrand.
Bemerkenswert ist in jedem Fall, dass die Installation als linienhafte Zeichnung einer sich bewegenden Abfolge wahrgenommen wird und nicht als vier statisch nebeneinandergestellte Objekte. Mit minimalistischen Mitteln stellt der Künstler hier Bewegungen, sich durchdringende Ebenen und zeitliche Abfolgen dar, die gänzlich der Imagination des Betrachters entstammen.
Literaturhinweis:
Public Art Ruhr. Die Metropole Ruhr und die Kunst im öffentlichen Raum. Hg. von Walter Smerling und Ferdinand Ullrich im Auftrag der RuhrKunstMuseen, Köln 2012, ISBN 978-3-8632-134-0, S. 212–213.
Günther Zins
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Herne-Wanne, Künstlerzeche Unser Fritz 2/3, zur Künstlerzeche 10 (als Ziel für Navigationssysteme "Grimberger Feld" eingeben)


