Baumscheibe
Die 2003 installierte Baumscheibe von Ute Reeh lud dazu ein, den Körper und die eigene Wahrnehmung in direkten Kontakt mit dem Kunstwerk, mit dem Umraum und mit der Natur zu bringen. Indem man sich auf den großen, sanft geschwungenen Teller der Skulptur legte, wozu das ausgesparte Drittel einen bequemen Einstieg bot, schweifte der Blick über den Stamm in das verzweigte Astwerk des alten Baumes. Während die Skulptur bis zu ihrer Sanierung den Stamm einer Eiche umfasste, wurde sie 2022 aus Sicherheitsgründen in einigem Abstand zu diesem Baum aufgestellt. Ein junger Baum, dessen Wachstum nun verfolgt werden kann, wurde in den Mittelpunkt der Baumscheibe gepflanzt. Während der Aspekt der Baumbetrachtung zwangsläufig so etwas in den Hintergrund gerückt ist, tritt der skulpturale Charakter der Baumscheibe mehr in den Vordergund. In ihrer poppigen Fleischfarbigkeit erinnert sie selbst an ein Gewächs, einen Baumpilz etwa. Auch die Betrachtung des Himmels und der Wolken lässt die Verbundenheit zu Umraum und Umwelt spürbar werden.
Ute Reeh
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Rosenweg, Wülfrath


