Baumscheibe

Die 2003 installierte Baumscheibe von Ute Reeh lud dazu ein, den Körper und die eigene Wahrnehmung in direkten Kontakt mit dem Kunstwerk, mit dem Umraum und mit der Natur zu bringen. Indem man sich auf den großen, sanft geschwungenen Teller der Skulptur legte, wozu das ausgesparte Drittel einen bequemen Einstieg bot, schweifte der Blick über den Stamm in das verzweigte Astwerk des alten Baumes. Während die Skulptur bis zu ihrer Sanierung den Stamm einer Eiche umfasste, wurde sie 2022 aus Sicherheitsgründen in einigem Abstand zu diesem Baum aufgestellt. Ein junger Baum, dessen Wachstum nun verfolgt werden kann, wurde in den Mittelpunkt der Baumscheibe gepflanzt. Während der Aspekt der Baumbetrachtung zwangsläufig so etwas in den Hintergrund gerückt ist, tritt der skulpturale Charakter der Baumscheibe mehr in den Vordergund. In ihrer poppigen Fleischfarbigkeit erinnert sie selbst an ein Gewächs, einen Baumpilz etwa. Auch die Betrachtung des Himmels und der Wolken lässt die Verbundenheit zu Umraum und Umwelt spürbar werden.


Ute Reeh

1958
geboren in München; lebt in Düsseldorf und Nebelin.
Bis 1992
Studium Biologie und Kunst bei Harry Kramer und Alf Schuler in Kassel und bei David Rabinowitch und Nam June Paik an der Kunstakademie Düsseldorf.
1992
Meisterschülerin bei Nam June Paik.
1980er Jahre
Schwerpunkt Performance, in denen sie die Wechselwirkung des Körpers mit dem Umraum untersucht.
1990er Jahre
Schwerpunkt auf Projekten und deren Wechselwirkung mit dem Raum – im abstrakten und im physischen Sinn.
1996
Projekt „Reise“.
Seit 2014
betreibt sie das Zentrum für Peripherie.

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Ort
Wülfrath
Rosenweg, Wülfrath
Künstler
Ute Reeh
Jahr
2003
Maße
Durchmesser 7,2 m.
Material
Polyester
Objektart
Skulptur