Chairs to Share
Stühle, die zum Teilen auffordern, aber auch selbst geteilt sind schuf die Künstlerin Dorothee Golz für das temporäre Projekt „Tatort Paderborn – Phänomen Fußgängerzone“, für das der Kurator Florian Matzner im Jahr 2014 Künstler aus Deutschland und dem angrenzenden Ausland eingeladen hatte. Nach Ende des Ausstellungszeitraumes wurde diese Arbeit von der Stadt Paderborn angekauft und in der Bevölkerung pro und contra diskutiert.
Die Skulptur erinnert an eine Reihe von Kunststoff-Schalensesseln, wie wir sie aus öffentlichen Wartebereichen, z.B. auf Flughäfen oder auch aus Arztpraxen kennen. In leuchtenden Farben, rot, gelb, orange, rosa und türkis, sind die Sitzschalen auf graue Metalltraversen montiert, die eine lange Reihe von 12 Modulen bilden. Ein Modul besteht jedoch nicht, so wie wir es gewohnt sind, aus einer Sitzschale mit Armlehnen an den Seiten, sondern die Armlehnen befinden sich in der Mitte jedes Moduls. Erst in der Reihung ergeben sich die bekannten und nutzbaren Sitzgelegenheiten. Zwei Leerstellen in der Reihe unterbrechen die Sitzreihe, lassen eines der Module isoliert dastehen und machen so deutlich, dass die Grundform nicht funktional sondern skulptural ist. An den Enden der Reihe ergeben sich „halbierte“ Stühle, die auf eine potentielle Weiterführung der Kette hinweisen, und auch farblich erscheinen alle Sitze geteilt. Tatsächlich sind die Sitzschalen auch benutzbar. Durch die Nutzung wird der Betrachter aktiver Teil der Installation, er kann das Erscheinungsbild mitgestalten, es ergibt sich ein bewegtes und lebendiges Bild, wenn die Menschen kommen und gehen und sich für eine Weile auf den bunten Sitzen vor der grauen Mauer des Franziskanerklosters niederlassen.
Dorothee Golz
← Zur Startseite
Westernstr. 19, vor dem Franziskanerkloster in 33098 Paderborn


