Der Spiegel

Ein dreißig Meter hoher Stahlrahmen wird von zwei unterschiedlich langen Teleskopstangen in einer aufrechten Position gehalten, die jedoch so fragil wirkt, als könne die Kontruktion auf dem in sanfte Wellen gelegten Terrain jederzeit schwingen oder kippen. Der Rahmen enthält jedoch keinen Spiegel, wie es der Titel suggeriert, sondern er bietet in seiner Hauptansicht von der Straße aus einen Durchblick auf die weiße, schiffsähnliche Architektur der Bielefelder Stadthalle. Nicht nur das horizontal gelagerte Bauwerk erhält so einen Rahmen, sondern es wird mit dem Himmel über ihr in ein hochformatiges Bild verwandelt, das sich je nach Witterung und Betrachterstandpunkt ändert.
Die Künstlerin, die im Innen- und im Außenraum mit den unterschiedlichsten Medien und Materialien experimentierte, hat hier im Vergleich zu ihren oft überbordenden Assemblagen aus Kunst- und Alltagsmaterialien eine formal reduzierte Skulptur geschaffen. Ähnlich wie ihre Torskulptur an der Universitätsbibliothek zu den Münsteraner Skulptur-Projekten 1987 macht sie die umgebende Architektur zum Bestandteil ihres Bildwerkes.


Isa Genzken

1948
geboren in Bad Oldesloe; lebt in Berlin.
1969–1971
Studium der Malerei an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg bei Almir Mavignier.
1971–1973
Studium der Fotografie und Grafik an der Hochschule der Künste in Berlin.
1973–1977
Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf.
1982/1992/2002
Teilnahme an der documenta in Kassel (documenta 7, documenta IX und documenta11).
2002
Wolfgang-Hahn-Preis.
2004
erhielt sie den mit 50.000 EUR dotierten Internationalen Kunstpreis der Kulturstiftung der Stadtsparkasse München.
2007
vertrat sie Deutschland auf der Biennale Venedig.
2009
unter dem Titel „Sesam, öffne dich!“ wurde im Museum Ludwig (Köln) die erste Retrospektive der Künstlerin gezeigt.

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Ort
Bielefeld
Bielefeld, vor der Stadthalle, Willy-Brandt-Platz 1
Künstler
Isa Genzken
Jahr
1992
Maße
30 x 20 m
Material
Stahl
Kunst im öffentlichen Raum NRW