Die Salztangente – Ahaus-Haus Horst

Salzspur

Schon vor Jahrtausenden gingen Menschen auf die Suche nach dem lebensnotwendigen Mineral Salz. Bereits für das Neolithikum ist die Technik des Einsalzens (Pökeln) zur Haltbarmachung von Lebensmitteln nachgewiesen; ägyptische und griechische Quellen geben schriftliche Informationen über die Bedeutung des Salzes.

Bezüglich seiner Bedeutung zur Konservierung von Nachrung kann das Salz ohne Übertreibung als das „Bofrost der Vor- und Frühgeschichte“ (Zitat Dr. Isenberg, Westf. Museum f. Archäologie) angesehen werden und war als „weißes Gold“ eines der wichtigsten Handelsgüter jener Zeit. Später war beispielsweise Münster Salzhandelsstadt (s. den Namen Salzstraße in seinem Zentrum) und hatte einen bedeutenden Warenaustausch unter anderem mit Gebieten innerhalb der heutigen Niederlande. Dabei wird sicherlich der Deventer (Dembter) Hellweg, der im Kreis Borken bei Wessum-Alstätte verlief, eine ähnlich bedeutende Rolle gespielt habe, wie der bekannterem weiter südlich verlaufende Hellweg zwischen Niederrhein- und Wesergebiet.

Hellweg ist seit dem Mittelalter ein häufig verwendete Bezeichnung für große Durchgangsstraßen (Königsstraßen, viae regiae) oder Heerwege (stratae publicae), die hinsichtlich ihrer Bedeutung als „heller, lichter Weg“ interpretiert wird. Diese volksetymologische Deutung ist seit ihrer Aufnahme in das mittelniederdeutsche Wörterbuch von Schiller und Lübben in der historischen Literatur zu finden.

Eine weitere Deutungsmöglichkeit für das Wort Hellweg (älter Hallweg) ergibt sich aus dem mittelhochdeutschen Wort hal „Salzquelle“ (etymologisch zu keltisch hal „Salz“). Hellweg lässt sich also als „Salzweg“ oder „Salzhandelsweg“ deuten.

Der oben angesprochene westfälische Hellweg, ein spätestens aus der Eisenzeit stammender Verbindungsweg zwischen Rhein und Weser, durchquerte in seinem Verlauf geradewegs die Salgewinnungsstätten am Nordrand der Mittelgebirge, an denen seit der vorrömischen Eisenzeit Salz gewonnen wurde.

Der Deventer Hellweg, der Name ist relativ sicher auf die Zeit vor 1000 zu datieren, hatte für das Gebiet des heutigen Westmünsterlandes als Durchreiseland und als Route für den Salzimport aus den Niederlanden sicherlich große Bedeutung.

Dr. Erhard Mietzner, Landeskundliches Institut Westmünsterland, Vreden


Franz John

1960
Geboren in Markleugast bei Bayreuth; lebt in Berlin.
  
  
1978–1984
Studium »Visuelle Kommunikation«, Würzburg.
1980
Aufenthalt in Italien / Assistenz in »Arte Povera« Ateliers in Turin.
1996
»Artist in Residence« im Headlands Center for the Arts, San Francisco: Projekt Military Eyes in den Bunkeranlagen am Golden Gate.
1999–2000
CD-ROM »interzone« - Eine interaktive Zeitreise durch die Berliner Grenzanlage.
2001/2003
Visiting Faculty, Ohio State University - Department of Art, USA.
2003
Gastlehrauftrag, Universität Paderborn, FB Medienwissenschaften.
2006
Visiting Artist, University of Michigan - School of Art & Design, USA.
2006/2007
Aufenthaltsstipendium, Künstlerdorf Schöppingen, D.
2007
Visiting Faculty, University of Michigan - School of Art & Design, USA.
2008
Visiting Artist, Auckland University of Technology (AUT), Auckland, NZ.
2012/2013
Stipendium, Künstlerdorf Schöppingen, Schöppingen, D.
2013/2014
Gastdozent, Carl v. Ossietzky Universität Oldenburg (Institut f. Kunst & visuelle Kultur).
  
  
  
  

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Ort
Ahaus
Ahaus - Haus Horst
Künstler
Franz John
Jahr
2004
Maße
Gesamtstecke 80 km, 8 Stabfelder unterschiedlicher Ausdehnung von 30 bis 500 Metern je nach topografischer Situation, Höhe 1 – 5 m.
Material
Edelstahl, verzinkt, ultramarinblau bis grau lackiert