Licht und Bewegung

Vom Besitzer des Herrenmode-Kaufhauses Wormland wurde Otto Piene mit einem Kunstwerk am Gebäude des Architekten Peter Neufert in der Hohen Straße beauftragt. Piene schuf daraufhin die seinerzeit größte lichtkinetische Plastik unter Einbeziehung der gesamten Gebäudefassade. Ansetzend oberhalb des Erdgeschosses bis zur Dachkante hinauf wurde die Wand mit glänzenden quadratischen Metallplatten belegt, die jeweils wie eine flache Pyramide gestaltet sind. So erhält die Fassade gleichzeitig eine plastische Modellierung und eine größtmögliche Reflexionsfläche des Lichtes, wie bei einem geschliffenen Edelstein. Aus der Fassade ragen zahlreiche Stäbe mit kugelförmigem Abschluss heraus, in denen sich Leuchten befinden. Zentrum der Komposition ist ein drehbares Rad in der oberen Fassadenhälfte, an dem ebenfalls Stäbe mit Kugellampen in mehreren Ebenen strahlenförmig angebracht sind. Eine über dem Rad befindliche vertikale Achse ragt über die Dachkante hinaus.
Die Installation war elektronisch programmiert und wird so eine eindrucksvolle Choreografie aus Licht und Schatten am gesamten Gebäude und darüber hinaus erzeugt haben. Leider ist die Mechanik und Elekronik schon seit langer Zeit außer Betrieb, es sind in den letzten Jahren jedoch Bemühungen für eine Restaurierung in die Wege geleitet worden.

Verweis:
http://m.skulpturenfuehrer.de/de/skulpturenfuehrer-koeln/ort/licht-und-bewegung


Otto Piene

1928
geboren in Laaspe (Westfalen); gestorben 2014 in Berlin.
1947
Abitur.
1949–1950
Studium der Malerei und Kunsterziehung an der Akademie der Bildenden Künste in München.
1950–1953
Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf.
1953–1957
Studium der Philosopie an der Universität zu Köln; Staatsexamen.
1957
Als Reaktion auf das abstrakte Informel gründet Piene gemeinsam mit Heinz Mack in Düsseldorf die Künstlergruppe ZERO, der sich im Jahr 1961 auch Günther Uecker anschloss.
1959/1964/1977
Teilnahme an der Documenta in Kassel.
1964
Gastprofessur an der University of Pennsylvania.
1968
Konrad-von-Soest-Preis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.
1968–1971
Fellow des 1967 von Gyorgy Kepes gegründeten Center for Advanced Visual Studies (CAVS).
1972
Professor of Visual Design for Environmental Art (Professor der Umweltkunst) am Massachusetts Institute of Technology.
1974–1994
Direktor des CAVS.
1996
Sculpture Prize der American Academy of Arts and Letters, New York.
2003
Leonardo da Vinci World Award of Arts des Weltkulturrats, Mexiko-Stadt.
2008
Preisträger für bildende Kunst der Kulturstiftung Dortmund.
2008
Großer Kulturpreis der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland.
2013
Max-Beckmann-Preis der Stadt Frankfurt am Main.

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Ort
Köln
Köln, Hohe Straße 124-128
Künstler
Otto Piene
Jahr
1966
Maße
ohne Angabe
Material
Aluminium, poliert
Objektarten
Kinetische Werke, Lichtinstallationen, Wandgestaltungen
#nrwskulptur