„Meinwärts“ – Denkmal für Else Lasker-Schüler
In der Nähe des Standortes, in der Herzogstraße 29, befand sich das Geburtshaus der Dichterin Else Lasker-Schüler. 1869 in Wuppertal-Elbefeld geboren, verfasste sie vor allem Lyrik und Dramen, unter anderem das Schauspiel „Die Wupper“ (1909). 1945 starb Else Lasker-Schüler im Exil in Jerusalem. 1987 wurde ein Wettbewerb durchgeführt, um eine Erinnerung an die Schriftstellerin und ihr Werk zu schaffen, aus dem der Entwurf von Stephan Huber als Sieger hervorging. Das Denkmal besteht aus vier schwarzen, begehbaren Granitplatten als Bodenbelag, auf dem sich zwei Granitstelen in gleicher Größe gegenüber stehen. Als Mosaik aus etwa 41.000 Glassteinen in Schwarz, Weiß und Grautönen ist das Bildnis der Dichterin auf den gegenüberliegenden Seiten der Stelen eingefügt. Beide Porträts basieren auf derselben, 1920 aufgenommenen Fotografie, wobei eines der Bilder seitenverkehrt wiedergegeben ist. Wie Spiegelbilder stehen sie sich gegenüber und beziehen sich so auch auf die Bodeninschrift: „ELSE LASKER-SCHÜLER: MEINWÄRTS.“ Stephan Huber greift mit diesem Titel die Schlusszeile des Gedichts Weltflucht auf, das Lasker-Schüler 1902 verfasst hat:
Weltflucht
Ich will in das Grenzenlose
Zu mir zurück,
Schon blüht die Herbstzeitlose
Meiner Seele,
Vielleicht – ist’s schon zu spät zurück!
O, ich sterbe unter Euch!
Da Ihr mich erstickt mit Euch.
Fäden möchte ich um mich ziehn –
Wirrwarr endend!
Beirrend,
Euch verwirrend,
Um zu entfliehn
Meinwärts
Stephan Huber
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Herzogstraße (gegenüber Nr. 42), 42103 Wuppertal


