Monument of a Forgotten Future
Die Felsformation am Wegesrand auf der sogenannten „Wilden Insel“ an der Schleuse in Gelsenkirchen ist nicht auf den ersten Blick als Kunstwerk zu erkennen. Tatsächlich handelt es sich um die maßstabsgetreue Replik eines Felsens im Joshua Tree Nationalpark bei Los Angeles. Auf etwa 150 Quadratmetern Grundfläche wurden über einem Stahlskelett 123 Tonnen Beton aufgebracht und zu einem Abbild des natürlichen Felsens gestaltet. Während der ersten Monate der Ausstellung Emscherkunst.2010 erklang aus dem Inneren eine Sinfonie der schottischen Band Mogwai, welche die Künstlichkeit des Berges deutlich machte.
So reflektiert der Fels nicht nur die Rolle des Künstlers, der wie die Natur gestaltet, sondern auch das Verhältnis von Natürlichkeit und Künstlichkeit in der umgebenden Landschaft. Hier wurde die Emscher renaturiert, indem man aus einem Abwasserkanal wieder eine scheinbar natürliche Flusslandschaft gestaltete. Auch im Titel des Werkes klingt die Widersprüchlichkeit der Situation an: aus einem urzeitlichen Felsen wird ein gegenwärtiges Kunstwerk, das als Monument an eine bereits vergessene Zukunft erinnert. Es scheint also viele Möglichkeiten für die Zukunft zu geben, von denen die Rückführung an die Ursprünge eine darstellt.
Literaturhinweis:
Public Art Ruhr. Die Metropole Ruhr und die Kunst im öffentlichen Raum. Hg. von Walter Smerling und Ferdinand Ullrich im Auftrag der RuhrKunstMuseen, Köln 2012, ISBN 978-3-8632-134-0, S. 130–131 .
Douglas Gordon
← Zur Startseite
Gelsenkirchen-Horst, sog. "Wilde Insel", Anhöhe nördlich der Schleuse


