Neustadt

„Neustadt“ ist eine Installation aus 23 skulpturalen Elementen, aber gleichzeitig auch eine fiktive Stadt, die aus Gebäudemodellen im Maßstab 1:25 besteht. All diese Gebäude haben tatsächlich im Ruhrgebiet existiert, wurden jedoch seit den 2000er Jahren abgerissen, so dass „Neustadt“ auch als Denkmal gelesen werden kann: Erinnert wird an die Vergangenheit des Ruhrgebietes, wobei die unterschiedlichen Gebäude – von der Kirche über das Wohnhaus bis hin zum Freizeit-Bad – verschiedene städtebauliche und gesellschaftliche Aspekte thematisieren. Skulpturen wie die der Volkshochschule in Essen oder des Marler Hallenbades – beides einst gefeierte Beispiele architektonischer Nachkriegsmoderne – werfen Fragen nach der Logik von Erhalt und Abriss auf. Ähnliche Fragen hinsichtlich der Stadt- und Landschaftsplanung, aber auch zum Umgang mit Ressourcen und Umwelt generell, liegen dem gesamten Strukturwandel des Ruhrgebiets und dem Emscher-Umbau zugrunde und werden in diesen Skulpturen konkret erfahrbar.

Die skulpturale Installation befindet sich auf einer Grünfläche im Landschaftspark Duisburg-Nord und ist Teil des Emscherkunstwegs, einer Kooperation zwischen Urbane Künste Ruhr, Emschergenossenschaft und Regionalverband Ruhr. Die „Modellstadt“ wurde bewusst in scheinbar brachliegendes Gelände integriert, das in den 1990er Jahren im Rahmen der Internationalen Architekturausstellung IBA Emscher Park begrünt worden war. Eine Liste der Gebäude mit Erbauungs- und Abrissdatum, ursprünglichem Standort, Architektenangabe etc. sowie Angaben zur daraus entstandenen Skulptur befindet sich auf der Seite des Emscherkunstweges: https://emscherkunstweg.de/wp-content/uploads/74_vonBismarck_Dyachenko_Gebaeudeliste_DE_inkl-Knepper.pdf

https://emscherkunstweg.de/kunstwerk/neustadt/


Julius von Bismarck und Marta Dyachenko

Julius von Bismarck
1983
geboren in Breisach am Rhein; lebt in Berlin.
2003-2006
Studium Visuelle Kommunikation und Bildende Kunst an der Universität der Künste in Berlin.
2007
Teilnahme am MFA-Programm für Studiokunst am Hunter College in New York City.
2008
Preis der Ars Electronica für das Projekt „Image Fulgurator“.
seit 2009
Studium an dem von Ólafur Elíasson gegründeten Institut für Raumexperimente an der Universität der Künste in Berlin. Abschluss Meisterschüler 2013.
2012
Artist in Residency am CERN, der Europäischen Organisation für Nuklearforschung, in Genf .
Marta Dyachenko
1990
geboren in Kiew/UA; lebt in Berlin.
2010-2013
Studium der Architektur und Bildenden Kunst mit dem Schwerpunkt Bildhauerei an der Universität der Künste Berlin u. a. bei Arno Brandlhuber und Manfred Pernice.
2016
Diplom Architektur, UdK Berlin.
2019
Diplom Kunst, UdK Berlin.
2021
Bernhard Heiliger-Stipendium, Berlin.

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Ort
Duisburg
Landschaftspark Duisburg-Nord, Emscherstraße 71, 47137 Duisburg
Künstler
Julius von Bismarck und Marta Dyachenko
Jahr
2021
Maße
Mehrteilige Installation bestehend aus 23 Gebäudeskulpturen, Maße variabel
Material
Beton, Stahl, Edelstahl, Acrylglas
Objektarten
Architektonische Skulptur, Skulptur