Neustadt
„Neustadt“ ist eine Installation aus 23 skulpturalen Elementen, aber gleichzeitig auch eine fiktive Stadt, die aus Gebäudemodellen im Maßstab 1:25 besteht. All diese Gebäude haben tatsächlich im Ruhrgebiet existiert, wurden jedoch seit den 2000er Jahren abgerissen, so dass „Neustadt“ auch als Denkmal gelesen werden kann: Erinnert wird an die Vergangenheit des Ruhrgebietes, wobei die unterschiedlichen Gebäude – von der Kirche über das Wohnhaus bis hin zum Freizeit-Bad – verschiedene städtebauliche und gesellschaftliche Aspekte thematisieren. Skulpturen wie die der Volkshochschule in Essen oder des Marler Hallenbades – beides einst gefeierte Beispiele architektonischer Nachkriegsmoderne – werfen Fragen nach der Logik von Erhalt und Abriss auf. Ähnliche Fragen hinsichtlich der Stadt- und Landschaftsplanung, aber auch zum Umgang mit Ressourcen und Umwelt generell, liegen dem gesamten Strukturwandel des Ruhrgebiets und dem Emscher-Umbau zugrunde und werden in diesen Skulpturen konkret erfahrbar.
Die skulpturale Installation befindet sich auf einer Grünfläche im Landschaftspark Duisburg-Nord und ist Teil des Emscherkunstwegs, einer Kooperation zwischen Urbane Künste Ruhr, Emschergenossenschaft und Regionalverband Ruhr. Die „Modellstadt“ wurde bewusst in scheinbar brachliegendes Gelände integriert, das in den 1990er Jahren im Rahmen der Internationalen Architekturausstellung IBA Emscher Park begrünt worden war. Eine Liste der Gebäude mit Erbauungs- und Abrissdatum, ursprünglichem Standort, Architektenangabe etc. sowie Angaben zur daraus entstandenen Skulptur befindet sich auf der Seite des Emscherkunstweges: https://emscherkunstweg.de/wp-content/uploads/74_vonBismarck_Dyachenko_Gebaeudeliste_DE_inkl-Knepper.pdf
Julius von Bismarck und Marta Dyachenko
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Landschaftspark Duisburg-Nord, Emscherstraße 71, 47137 Duisburg


