Ohne Titel
Bei der Fassadengestaltung des Parkhauses für das neu entstandene Justizzentrum handelt es sich um eine klassische Kunst-am-Bau-Aufgabe, die von dem Schweizer Künstler Rémy Zaugg eigenwillig interpretiert wurde. Der Künstler hatte bereits mehrfach mit den Architekten Herzog & de Meuron zusammengearbeitet. Das Aachener Parkhaus (Weinmiller Architekten, Berlin) sollte über eine natürliche Belüftung verfügen, für die 2500 Betonfertigteile so versetzt an einem Stahlträgerwerk angebracht wurden, dass sie zwar ineinandergreifen, aber Öffnungen dazwischen liegen.
Das Material wurde in einem kräftigen, an das Ziegelmauerwerk der Altbauten angepassten Rot eingefärbt. Der Baukörper selbst ist schlicht und kubisch. In die Betonteile sind in Großbuchstaben gut lesbare Worte eingeprägt, die vom Künstler ausgewählt wurden. An der Stirnseite des Gebäudes finden sich vor allem Adjektive und Verben, an der Längsseite Substantive, die den Passanten anregen, eigene Formulierungen zu entwickeln und mit den angebotenen Begriffen zu spielen. Diese Fassadengestaltung ermöglichen eine völlig neue „Lesart“ des Gebäudes. Sie erinnert überdies an die Macht des Wortes „auch“, gerade im Kontext der Rechtsprechung.
Rémy Zaugg
← Zur Startseite
Aachen, Fassade des Parkhauses am Gerichtsgebäude Aachen


