Ohne Titel
Weil die Stadt Bochum 1977 die Skulptur „Terminal“ von Richard Serra angekauft hatte, wurde Skulptur im öffentlichen Raum in diesen Jahren hier besonders kontrovers diskutiert. 1978 wurde deshalb ein Bildhauersymposion geplant mit dem Ziel, „das Verständnis der Bevölkerung für die Problematik der modernen Kunst zu wecken“.
Die Skulpturen sollten aus Stahl bestehen; die Standorte konnten von den Künstlern selbst gewählt werden. Bochumer Firmen unterstützten die Realisierung der Werke. Eine international besetzte Jury wählte neun Künstler aus Europa aus, deren Arbeiten schließlich von der Stadt Bochum angekauft wurden, was wiederum zu intensiven Diskussionen führte.
Eine der im Rahmen des Symposiums entstandenen Arbeiten ist die zweiteilige Skulptur von Abraham David Christian, der an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Joseph Beuys studiert und vor allem reduzierte und konzentrierte Werke aus vergänglichen Materialien wie Erde und Papier geschaffen hatte. Die Skulptur besteht aus zwei L-förmigen Stahlkörpern, die spiegelsymmetrisch zu einem T zusammengestellt wurden, wobei ein mittlerer Spalt zwischen beiden Elementen verblieb.
Trotz der einfachen Grundformen sind diese Körper nicht streng geometrisch, sondern leicht unregelmäßig, wie auch die Aufstellung etwas schräg zum Straßenverlauf ausgerichtet ist. Auch die in vielfältigen Farbtönen changierende Patina des Stahls trägt zur Wirkung der Skulptur bei, deren wechselnde Licht- und Schattenwirkungen sich dem konzentrierten Betrachter erschließen.
Literaturhinweis:
Public Art Ruhr. Die Metropole Ruhr und die Kunst im öffentlichen Raum. Hg. von Walter Smerling und Ferdinand Ullrich im Auftrag der RuhrKunstMuseen, Köln 2012, ISBN 978-3-8632-134-0, S. 28–29.
Abraham David Christian
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