Ohne Titel
Die Fassadengestaltung des Neuen Gymnasiums übernahm der Maler Ulrich Erben. Anders als in seiner konkreten, oft die Grenzen der Wahrnehmung erforschenden Malerei verarbeitete er hier eine Textbotschaft zu einem visuellen Signal. Drei horizontale Bänder laufen um die runden Gebäude herum, wobei sich Farbverläufe vom Blau ins Rot ergeben.
Darauf befinden sich aus orangefarbenen Rechtecken konstruierte Buchstaben und zusätzliche violette Rechtecke in den Zwischenräumen. Durch die Verwendung der Komplementärkontraste ergeben sich optische Mischungen im Auge des Betrachters, die sich mit dem Standort verändern. Die Schrift selbst bleibt lesbar, es erfordert jedoch eine gewisse Anstrengung, zum Beispiel die Bereitschaft, das Gebäude zu umrunden und mit verschiedenen Entfernungen zu experimentieren, um die Botschaft zu entziffern.
Es handelt sich um den ersten Artikel der UN-Menschenrechtsdeklaration von 1948: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“ Entsprechend der schulischen Lehrschwerpunkte ist dieser Grundsatz in deutscher, englischer und lateinischer Sprache wiedergegeben.
Ulrich Erben
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Bochum, Neues Gymnasium, Querenburger Straße 45


