Ohne Titel

Die Fassadengestaltung des Neuen Gymnasiums übernahm der Maler Ulrich Erben. Anders als in seiner konkreten, oft die Grenzen der Wahrnehmung erforschenden Malerei verarbeitete er hier eine Textbotschaft zu einem visuellen Signal. Drei horizontale Bänder laufen um die runden Gebäude herum, wobei sich Farbverläufe vom Blau ins Rot ergeben.
Darauf befinden sich aus orangefarbenen Rechtecken konstruierte Buchstaben und zusätzliche violette Rechtecke in den Zwischenräumen. Durch die Verwendung der Komplementärkontraste ergeben sich optische Mischungen im Auge des Betrachters, die sich mit dem Standort verändern. Die Schrift selbst bleibt lesbar, es erfordert jedoch eine gewisse Anstrengung, zum Beispiel die Bereitschaft, das Gebäude zu umrunden und mit verschiedenen Entfernungen zu experimentieren, um die Botschaft zu entziffern.
Es handelt sich um den ersten Artikel der UN-Menschenrechtsdeklaration von 1948: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“ Entsprechend der schulischen Lehrschwerpunkte ist dieser Grundsatz in deutscher, englischer und lateinischer Sprache wiedergegeben.


Ulrich Erben

1940
geboren in Düsseldorf; lebt in Düsseldorf und Bagnoreggio (Latium, Italien).
1958–1965
Studium anden Kunstakademien Hamburg und Urbino.
1974
Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Bildende Kunst.
1980-2005
Professor an der Kunstakademie Münster.
1986
Konrad-von-Soest-Preis.
1992
Mitglied der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste in Berlin.

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Ort
Bochum
Bochum, Neues Gymnasium, Querenburger Straße 45
Künstler
Ulrich Erben
Jahr
2012
Maße
Einzelelemente: ca. 130 x 60 cm; die Gesamtgestaltung umrundet einmal die beiden aneinander grenzenden Rundgebäude
Material
Industrieglas, mit Lack besprühtes Blech
Objektart
Wandgestaltungen
#nrwskulptur