Reemrenreh (kaum Gesang) / Leben
Nah an einer Mole zwischen Schleuse und Yachthafen steht die surreal anmutende Skulptur „Reemrenreh (kaum Gesang)“ im Wasser. Sie besteht aus drei Teilen, einem dominierenden gelb lackierten Turm, der wie aus löchrigen zylindrischen Bauklötzen aufeinandergestapelt scheint, einem etwas unscheinbareren metallfarbenen Turm ähnlicher Bauweise und einer Straßenlaterne, die daneben vergleichsweise alltäglich wirkt, wäre da nicht ihre außergewöhnliche Höhe und ihr Standort mitten im Wasser.
Sie dient dazu, ihre beiden Begleiter nachts zu beleuchten. Während der Ausstellung Emscherkunst.2010, in deren Rahmen die Skulptur entstand, wurde sie noch ergänzt durch das Klangkunstwerk „Leben“ des Komponisten Bülent Kullukcu.
Auch die Skulptur selbst ist in der Lage, eine Art Gesang anzustimmen: Der Wind fängt sich in den hohlen durchlöcherten Skulpturenteilen und erzeugt so Töne unterschiedlicher Höhe und Intensität. Trotz – oder gerade wegen – ihrer fragilen, einsturzgefährdeten Erscheinung ist die Skulptur, den Elementen Wind und Wasser schutzlos ausgesetzt, eine eigenwillige und äußerst individuelle Setzung, die sie auch zu einer unverwechselbaren Landmarke macht.
Literaturhinweis:
Public Art Ruhr. Die Metropole Ruhr und die Kunst im öffentlichen Raum. Hg. von Walter Smerling und Ferdinand Ullrich im Auftrag der RuhrKunstMuseen, Köln 2012, ISBN 978-3-8632-134-0, S. 34–35.
Bogomir Ecker
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Herne, Schleuse Herne-Ost, sog. „Herner Meer“, Gneisenaustraße 202


