Säule mit 3- bis 6-eckigen Querschnitten

Wie mit anderen geometrischen Grundformen beschäftigte sich der konkrete Künstler Max Bill wiederholt auch mit der Form des Zylinders. Aus dieser Grundform entwickelt sich die klassische Säulenform, wie es in dieser Skulptur deutlich sichtbar bleibt. Eine Zylindertrommel größeren Durchmessers bildet hier eine Standfläche, die auch als Sockel gesehen werden kann.
Zwei Zylinder gleichen, kleineren Durchmessers sind Basis und Kapitell der Steinsäule. Während Sockel, Basis und Kapitell aus schlichten Steinzylindern bestehen, entwickelt der Schaft ein ansteigendes, nach oben komplexer werdendes Drehmoment: Das untere Steinsegment weist noch einen dreieckigen Querschnitt auf, indessen ist der obere Säulenabschnitt schließlich ein liegendes Sechseck.
So erinnert die Skulptur an gedrehte Säulen, wie sie die Kunstgeschichte aus Antike, Romanik und Barock kennt. Damit ist sie dem ebenfalls auf nrw-skulptur.de vorgestellten Werk desselben Künstlers in Leverkusen verwandt.


Max Bill

1908
geboren in Winterthur; gestorben 1994 in Berlin.
1924–1927
Studium an der Kunstgewerbeschule in Zürich.
1927–1929
Studium am Bauhaus in Dessau, wo Josef Albers, Wassily Kandinsky, Paul Klee und Oskar Schlemmer zu seinen Lehrern gehörten.
1929
Nach Abschluss der Studien Umsiedlung nach Zürich; erste Gemäldeausstellung.
1932
Begegnung mit Piet Mondrian, der starken Einfluss auf seine Malerei ausübte.
bis 1936
Mitglied der Pariser Gruppe „Abstraction-Création“.
seit 1944
Neben malerischen und architektonischen Arbeiten Beschäftigung mit der künstlerischen Gestaltung von Gebrauchsgegenständen, wofür er den Namen „Produktform“ prägte.
1949
erhielt Max Bill den Kandinsky-Preis.
1951
Rektor der Hochschule für Gestaltung in Ulm, zu deren geistigen Urhebern Bill gehörte. Da Max Bill jedoch das Vorhaben, mit diesem Institut die Tradition des Dessauer Bauhauses fortzuführen, nicht verwirklichen konnte, stellte er 1956 seine Ämter wieder zur Verfügung.
1956, 1957
Gesamtausstellungen seiner Werke in Ulm und München.
1955, 1959, 1964
Teilnehmer der documenta I, II und III in Kassel.
1961–1964
Leiter des Bereichs „Bilden und Gestalten“ für die Expo64, die schweizerische Landesausstellung, in Lausanne.
 
Max Bill gehört zu den Hauptvertretern der „Konkreten Kunst“. Er verfasste außerdem Schriften, die einen Einblick in seine künstlerische Auffassung geben, u. a. über das Thema Architektur sowie die Künstler Kandinsky und Mondrian.
Quellen:

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Ort
Marl
Marl, Paracelsus-Klinik Marl, Lipper Weg 11
Künstler
Max Bill
Jahr
1966
Maße
Höhe 275 cm, Säule: Ø 25 cm, Plinthe: Ø 75 cm
Material
Schwarzer schwedischer Granit
#nrwskulptur