Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung

Die drei Linden vor dem Chor der Kirche St. Gereon, neben denen jeweils eine Basaltstele zu einem Drittel in die Erde eingelassen ist, wurden von Joseph Beuys gepflanzt. Die Pflanzung geht zurück auf dessen 1982 auf der documenta in Kassel begonnenes Projekt „Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung (7000 Eichen)“. Hier hatte er vor dem Friedericianum einen gewaltigen Wall von 7000 Basaltstelen auffahren lassen. Für jede Pflanzung einer Eiche im Stadtraum von Kassel wurde ein Stein entfernt und neben dem Baum aufgestellt.
Baum und Stele nebeneinander sollten so das lebendige Wachstum und das Beständige repräsentieren. Beuys berief sich zur Erläuterung seiner Aktion auch auf Novalis: „Aus einem Menschen spricht für dieses Zeitalter Vernunft und Gottheit nicht vernehmlich, nicht frappant genug – Steine, Bäume, Tiere müssen sprechen, um den Menschen sich selbst fühlen, sich selbst besinnen zu machen.“
Obwohl die Kasseler Aktion sehr große Resonanz hervorrief, schritt die „Stadtverwaldung“ für den Künstler nicht schnell genug voran und er beschloss deshalb, sie auf andere Städte, wie hier Köln, in abgewandelter Form auszudehnen. Bis zu seinem Tod wurden 5500 Bäume gepflanzt. Den letzten der 7000 Bäume pflanzte sein Sohn Wenzel während der documenta 8 am 12. Juni 1987.

Verweis: http://m.skulpturenfuehrer.de/de/skulpturenfuehrer-koeln/ort/stadtverwaldung


Joseph Beuys

1921
geboren in Krefeld; 1986 gestorben in Düsseldorf.
1927–1932
Volksschule, anschließend Gymnasium in Kleve.
1941
Freiwillige Meldung zur Luftwaffe im 2. Weltkrieg.
1944
Absturz bei einem Einsatz auf der Krim, bei dem Beuys verletzt wurde. Ende des Jahres erneuter Kriegseinsatz, diesmal an der Westfront.
1945
Kriegsgefangenschaft. Rückkehr nach Kleve, wo er sich der örtlichen Künstlergruppe anschloss.
1946
Immatrikulation an der Kunstakademie in Düsseldorf.
1951
Meisterschüler bei Ewald Mataré.
1953
Erste Einzelausstellung im Haus der Brüder Hans und Franz Joseph van der Grinten in Kranenburg (Niederrhein).
1954
Eigenes Atelier in Düsseldorf-Heerdt, das er bis Ende 1958 nutzen konnte.
1957
Umzug nach Kleve.
1961
Unter Beibehaltung seines Klever Ateliers am Tiergarten Umzug nach Düsseldorf. Professur an der Kunstakademie Düsseldorf.
1964
Teilnahme an der documenta 3 in Kassel.
1972
Seine fristlose Entlassung an der Kunstakademie Düsseldorf erregte großes Aufsehen. Teilnahme an der documenta 5.
1974
Gastprofessur an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. USA-Reise.
1976
Teilnahme an der Biennale von Venedig.
1977
Teilnahme an der documenta 6 in Kassel.
1979
Retrospektive im Guggenheim-Museum New York.
1982
Teilnahme an der documenta 7.
1986
Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg.

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Ort
Köln
Köln, Gereonsdriesch
Künstler
Joseph Beuys
Jahr
1985
Maße
variabel
Material
Basalt, Linde
Objektart
Environmental Art
Kunst im öffentlichen Raum NRW