Turm V
Die Hausform auf ihre Grundelemente – hier Wand, Giebel, Dachfläche und Türöffnung – reduziert, ist typisch für die Stahlplastiken des Bildhauers Werner Pokorny. Auf der Seite liegend, übereinandergestapelt und mit einem aufrecht stehenden Haus als „Turmspitze“ bekrönt, schuf er verschiedene Variationen des „Turms“. Die Version in Gütersloh beinhaltet über zwei liegenden Häusern noch einen geschlossenen Würfel, auf dem dann das nach oben abschließende, wie ein Pfeil nach oben weisende Haus steht. Gefertigt ist die Skulptur aus Corten-Stahl, dessen rostige Patina nicht nur für einen Witterungsschutz, sondern auch für eine warme, ziegelähnliche Farbigkeit sorgt. Besonders ist hier der historische Kontext, in dem das Werk sich verortet, auch wenn der Künstler diesen erst im Nachhinein erfuhr: „Wenn man die Geschichte der in der Reichskristallnacht abgebrannten Häuser jüdischer Bewohner hier in der Kirchstraße zugrunde legt, hat das Kunstwerk eine noch tiefere Bedeutung“, beschrieb diese historische Dimension Reiner Kuhn, Vorsitzender des Vereins zur Förderung plastischer Kunst in Stadt und Kreis Gütersloh e. V., der für die Aufstellung vor dem Gebäude des Kunstvereins sorgte. So kann die ihrem Wesen nach autonome Skulptur auch als Erinnerungszeichen an die zerstörten Häuser gelesen werden.
Werner Pokorny
← Zur Startseite
Kirchstraße 2-4, 33330 Gütersloh


