vis-à-vis
Die Arbeit „vis-à-vis“ hat Heide Weidele im Rahmen des vom Kultursekretariat NRW Gütersloh initiierten Kunstprojekt „Blickwechsel“ realisiert. Aufgabe war es, durch kleine Eingriffe im öffentlichen Raum den Blick auf eine scheinbar vertraute Umgebung zu verändern.
Weidele rückt eine unscheinbare Hauswand gegenüber der Stiftsruine in den Blickpunkt. Selbst die meisten Lippstädter dürften nicht mehr wissen, dass es sich um die Westwand der ehemaligen Synagoge handelt, die in der Pogromnacht des 9. Novembers 1938 niedergebrannt wurde.
Die Künstlerin hat die Mauer großflächig mit weißer Farbe bestrichen. Das eigentliche Bild entsteht durch die Aussparungen, die die Form einer Menora (siebenarmiger Leuchter) und einer Mandelblüte haben. Weideles Arbeit erinnert daran, dass diese eher trostlose Stelle einst ein festlicher, spiritueller Ort war.
Text von WA.de, 17.9.2010
Heide Weidele
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Lippstadt, Stiftsstraße 8


