Das Dazwischen

Die Wandskulptur von Norbert Radermacher ist im Rahmen einer in Paderborn durchgeführten Projektreihe zur autonomen Gegenwartskunst in sakralen Räumen entstanden, dessen Fokus auf der ortsbezogenen Kunst liegt: Ein Werk wird nicht dem gegebenen Ort hinzugefügt, sondern der Raum und der künstlerische Eingriff bilden gemeinsam eine neue Wahrnehmungssituation.
Diese Arbeit wurde in der engen, an beiden Seiten von hohen Bruchsteinmauern begrenzten Dompropsteigasse an der Stelle realisiert, an der sich die Gasse verengt, an der historischer Domplatz und Bürgerstadt aufeinandertreffen. Zwei schalenförmige Aushöhlungen wurden so in den Stein eingearbeitet, dass sie sich direkt gegenüberliegen.
Es handelt sich so um ein Werk, das sich dem Betrachter nicht aufdrängt, sondern entdeckt werden will. Erst dann ergibt sich eine neue Definition des Ortes: Der Raum zwischen den beiden Elementen erhält Bedeutung, lässt den Betrachter innehalten und regt ihn zur kontemplativen Wahrnehmung seiner Umgebung, aber auch der Leere und der Stille an. 


Norbert Radermacher

1953
geboren in Aachen; lebt und arbeitet in Berlin.
1973–1979
Studium an der Kunstakademie Düsseldorf.
1979
Stipendium der Ernst-Forberg-Stiftung.
1980
Auslandsstipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks in Paris.Beginn der situationsbezogenen Skulpturen im Stadtraum.
1983
Atelier im Künstlerhaus Bethanien, Berlin.
1985
Katalogförderung der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung;Arbeitsstipendium des Kunstfonds e. V.; Vordemberge-Gildewart Stipendium.
1988
Werkstatt-Stipendium, Philip Morris; Arbeitsstipendium des Berliner Senats.
1989
RENTA-Preis, Nürnberg; August-Seeling-Preis, Duisburg.
1990
Villa-Romana-Preis, Florenz
1991
Gastprofessur an der Akademie der Bildenden Künste, München.
1992
Professur an der Universität Kassel
2004–2010
Präsident des Internationalen Künstler Gremiums (IKG).

← Zur Startseite
Ort
Paderborn
Paderborn, Dompropsteigasse
Künstler
Norbert Radermacher
Jahr
1998
Maße
je 11 cm Durchmesser, gegenüberliegender Abstand der Aushöhlungen: 266 cm
Material
zwei sich exakt gegenüberliegende Halbschalen in die Natursteinmauern geschliffen
Kunst im öffentlichen Raum NRW