Das Dazwischen
Die Wandskulptur von Norbert Radermacher ist im Rahmen einer in Paderborn durchgeführten Projektreihe zur autonomen Gegenwartskunst in sakralen Räumen entstanden, dessen Fokus auf der ortsbezogenen Kunst liegt: Ein Werk wird nicht dem gegebenen Ort hinzugefügt, sondern der Raum und der künstlerische Eingriff bilden gemeinsam eine neue Wahrnehmungssituation.
Diese Arbeit wurde in der engen, an beiden Seiten von hohen Bruchsteinmauern begrenzten Dompropsteigasse an der Stelle realisiert, an der sich die Gasse verengt, an der historischer Domplatz und Bürgerstadt aufeinandertreffen. Zwei schalenförmige Aushöhlungen wurden so in den Stein eingearbeitet, dass sie sich direkt gegenüberliegen.
Es handelt sich so um ein Werk, das sich dem Betrachter nicht aufdrängt, sondern entdeckt werden will. Erst dann ergibt sich eine neue Definition des Ortes: Der Raum zwischen den beiden Elementen erhält Bedeutung, lässt den Betrachter innehalten und regt ihn zur kontemplativen Wahrnehmung seiner Umgebung, aber auch der Leere und der Stille an.
Norbert Radermacher
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Paderborn, Dompropsteigasse


