Egypt

Eduardo Paolozzi gilt als Mitbegründer der britischen Pop-Art. Später schuf er komplexe mechanistische Fantasieszenarien, in denen er zumeist die wissenschaftlichen Entwicklungen und industriellen Technologien der Nachkriegszeit darstellt.

Die Bronze „Egypt“ besteht aus einer überdimensionalen geöffneten Hand, auf deren abgestuftem Handteller sich architektonische Modelle und eine Darstellung sich paarender Heuschrecken befinden. Darüber hinaus hält die Hand eine Kugel zwischen den Fingern, als würde sie mit einer Murmel spielen.

Dieser Kugel sind technoide Elemente eingeprägt; es könnte sich ebenso um eine Bombe wie um eine Weltkugel handeln. Mit „Egypt“ huldigt Paolozzi nicht nur der ägyptischen Kunst als einer seiner Inspirationsquellen, sondern verwendet die ägyptische Kultur auch als Beispiel für eine technisch hoch entwickelte Zivilisation.


Eduardo Paolozzi

1924
geboren in Leith (Edinburgh); 2005 gestorben in London.
1943
Besuch des College of Art, Edinburgh.
1944
Studium an der St Martin's School of Art.
1945–1947
Slade School of Fine Art, London.
1947
Erste Einzelausstellung in der Mayor Gallery, London.
1947-1949
Studium in Paris, wo er sich kurzzeitig an der Ecole des Beaux-Arts einschrieb und Künstler wie Arp, Brancusi, Giacometti, Léger und Dubuffet traf.
1949
Dozent an der Central School of Arts and Crafts (Textildesign).
1952
Mitglied der „Independent Group“, einer Vereinigung junger Künstler der Pop-Art.
1955–1958
Dozent an der Martin's School of Art für Bildhauerei.
1959/1964/1968/1977
Teilnehmer der Documenta in Kassel.
1960
Teilnahme an der XXX. Biennale von Venedig.
1960–1962
Gastprofessur an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste.
1977
Fachhochschule Köln – Fachbereich Kunst und Design – (Kölner Werkschulen), Lehrstuhl für Keramik.
1979
Mitglied der Royal Academy of Arts.
1981–1989
Professur an der Akademie der Bildenden Künste München.
1989
Ernennung zum Ritter (Knight Commander) durch Königin Elisabeth II.
1994
übergab Paolozzi der Scottish National Gallery of Modern Art einen Großteil seines Werkes und der Einrichtung seines Künstlerateliers.
1999
Die Schottische Nationalgalerie eröffnete die Dean Gallery, Edinburgh, die diese Sammlung und eine Nachbildung seines Ateliers zeigt.
2001
erlitt Paolozzi einen beinahe tödlichen Gehirnschlag, der ihn in der Folge an den Rollstuhl fesselte.

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Ort
Duisburg
Duisburg, Lehmbruck Museum/Kant-Park
Künstler
Eduardo Paolozzi
Jahr
1990
Maße
110 x 430 x 275 cm
Material
Bronze
#nrwskulptur