Lifesaver

Der “Lifesaver” des Künstlerpaares Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely dominiert die Duisburger Brunnenmeile, einen Skulpturenweg im Stadtzentrum. Der Weg entstand nach einer Idee des Braunschweiger Architekten Hartmut Rüdiger und wurde 1993 mit Brunnen der Künstler Alt, Werthmann, Hegewald, Saint Phalle/Tinguely, Virnich und Marjanov vervollständigt. Er verläuft entlang der Fußgängerzone Königstraße.
Der “Lifesaver” ist – wie der weltberühmte Stravinsky-Brunnen vor dem Pariser Centre Pompidou – eine Gemeinschaftsarbeit der beiden Künstler, wobei Jean Tinguely die bewegliche Sockelkonstruktion aus verschiedenen Altmetallen schuf. In Form und Farbe bildet der drehbare Sockel einen Kontrast zu der voluminösen Polyesterfigur, die im typischen Stil von Niki de Saint Phalles “Nanas” mit bunten Ornamenten bemalt ist.
Dargestellt ist ein Vogelwesen mit ausgebreiteten Schwingen, aus denen in weiten Bögen das Wasser sprüht. An den Körper des Fabelwesens klammert sich eine Frauengestalt. Der majestätische Vogel des Mythos und der Phantasie ist hier als Lebensretter dargestellt, der die Fähigkeit hat, den Menschen über das rein mechanistische Weltbild des Konsums und des Alltags hinauszuheben.


Jean Tinguely

1925
geboren in Freiburg/Fribourg; 1991 gestorben in Bern.
1941–1944
Ausbildung als Dekorateur und Kurse an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel. In dieser Zeit lernte er Daniel Spoerri kennen, mit dem er an einem Theaterprojekt arbeitete.
1951
Heirat mit Eva Aeppli.
1952
Umzug nach Paris, wo er Yves Klein und Niki de Saint Phalle kennenlernte.
1954
erste kinetische Skulpturen.
1955
erfand und baute Tinguely Zeichenautomaten, die auf Papierformaten und -bahnen maschinelle Zeichnungen anfertigen konnten.
1960
Gründungsmitglied der Künstlervereinigung der Nouveaux Réalistes. Im selben Jahr begann er Fundgegenstände in seinen Werken zu verarbeiten. Außerdem entstand eine gigantische Maschine im Garten des Museum of Modern Art, New York, die, aus Schrott zusammengesetzt, in der Lage war, sich selbst zu zerstören. Diese autodestruktive Kunst stand im Kontext von Gustav Metzgers „Manifest der autodestruktiven Kunst“.
1964/1968/1977
Teilnahme an der Dokumenta in Kassel.
1971
Ehe mit Niki de Saint Phalle. Zahlreiche Projekte entstanden gemeinsam mit ihr wie auch mit dem Eisenplastiker Bernhard Luginbühl.
1976
Wilhelm-Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg.
1977
Erste Brunnenentwürfe.
1980
Kunstpreis der Stadt Basel.
1990
Tinguely-Ausstellung in der Tretjakow-Galerie, Moskau. In seinem letzten Lebensjahr schuf Tinguely die Gross-Hängeskulptur „La Cascade“ in Charlotte (North Carolina) in den USA.
1996
Ein Großteil seiner Werke wird in dem nach ihm benannten Museum Tinguely in Basel ausgestellt.

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Ort
Duisburg
Duisburg, Königstraße, Höhe Düsseldorfer Straße
Künstler
Jean Tinguely
Jahr
1991
Maße
Höhe 5 m, Breite 5 m; Sockelhöhe 2 m
Material
Polyester, Teflonbeschichtung
Objektart
Brunnen
#nrwskulptur